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Der Aufstieg der Ballone und Luftschiffe

Das Militär hatte die Einsatzmöglichkeiten von von Ballonen und Luftschiffen immer vorfolgt.
Nachdem die k.u.k.-Heeresführung sich für Fischamend als Standort der militär-aeronautischen Anstalt entschieden hatte, wurden am 7. Juni 1909 einige Aufstiege mit dem Fesselballon unternommen.

Beobachtungsballone wurden in der Armee damals als Kriegsgerät zur Feindbeobachtung und zur Feuerleitung der eigenen Geschütze eingesetzt. Noch im selben Jahr stelllte man die erste grosse Ballonhalle fertig - weitere folgen später - und man begann mit dem Bau einer 1910 fertiggestellten Gasanstalt zur Erzeugung des Ballongases.

Aufgabe der Luftschifferabteilung war es, die Erprobung von Lenkballonen und die Ausbildung des entsprechenden Personals zur Führung und Wartung sicherzustellen.



Der Name Fischamend wurde im Luffahrtgeschehen der Monarchie zum Begriff. Das Kommando in der Anstalt hatte der Flugpionier, Fluglehrer und Ballonfahrer Oberst Franz Hinterstoisser. Die Luftschifferabteilung wies einen Personalstand von 14 Offizieren, 28 Unteroffizieren und 150 Mann auf.

1909 wurde in Fischamend das erste lenkbare Militärluftschiff, "M1" oder "Parseval" genannt, in Dienst gestellt: 50 Meter lang, 2400 Kubikmeter Wasserstoff Inhalt. Ein Daimler-Motor mit 70 PS brachte an die 45 km/h Geschwindigkeit, vier Personen konnten befördert werden.

Mit dem Parseval wurden viele erfolgreiche Erprobungsfahrten unternommen. Beispielsweise eine davon am 1. Dezember 1909 mit rund 260 Kilometer von Fischamend über Wien nach Pressburg und wieder zurück. Ein Jahr später fuhr der Parseval bis nach Budapest die bis zu diesem Zeitpunkt längste Strecke. Im Frühjahr 1910 wurde das aus Frankreich kommende Luftschiff "Lebaudy" in Fischamend stationiert.


1911 wurde der in Österreich konstruierte Körting-Lenkballon "K1" übernommen. Er hatte eine Länge von 68 Metern und einen Gasinhalt von 3600 Kubikmetern. Mit einer Geschwindigkeit von 57 km/h war der militärintern als"M III" bezeichnete Ballon der schnellste und hatte außerdem einen hochmodernen Funktelegrafen an Bord.



Ende 1911 gab es 15 diplomierte Lenkballonführer, davon waren 13 Offiziere. 1913 folgte ein weiterer Lenkballon der "Stagl-Mannsbarth". Immer wieder gelangen Rekorde. Beispielsweise 1914 eine Fahrt bis nach Schweden.



Tragisch verlief der Zusammenstoß des Körting-Luftschifffes mit einem Fahrmann- Doppeldecker im Juni 1914. Der Doppeldecker, am Steuer Oberleutnant Ernst Flatz - umkreiste mehrmals relativ nahe den Ballon, streifte die Längsseite des "Körting" und riß die Außenhaut auf. Eine Stichflamme stieß vervor, der Ballon verwandelte sich in einen
Feuerball und stürzte aus 400 Metern Höhe ab.



Sowohl die Besatzung des Ballons als auch die es Flugzeuges kamen dabei um.. Es war das schwerste Unglück in der kurzen Geschichte der k.u.k. Luftfahrt. Kurz danach ging die Ära der Ballone und Luftschiffe in Fischamend zu Ende. Nach 1914 wurden keine Ballone und Luftschiffe mehr betrieben, die Zeit der Flächenflugzeuge hatte begonnen.


 

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